Toilettentango

Donnerstag, 20.02.2014

 

 

Mein erster Tag in China. Jung und naiv betrete ich ein chinesisches Badezimmer. Über der Toilette hängt ein Schild. „Bitte das Toilettenpapier in den Mülleimer werfen und nicht in die Toilette“. Ich schlucke. Ich lese das ganze noch einmal. Skeptisch blicke ich auf den besagten Mülleimer. Weil ich nicht verantwortlich für irgendwelche explodierende Toiletten sein will, gehorche ich dem geschriebenen Worte und verlasse immer noch jung, aber um eine Erfahrung reicher das Badezimmer.

Solche Schilder sind hier keine Seltenheit, denn die Rohre der Kanalisation sind oft veraltet und zu eng, um sich mit dem Papierkram abzugeben. Tja, und das ist nur der erste von vielen Unterschieden.

Nur die großen Restaurants haben hier Toiletten. Wer etwas kleiner speist, der sollte den Weg zu der öffentlichen Toilette seines Vertrauens wissen und hoffen, dass diese nicht allzu dreckig ist.

 

Die Putzmethoden sind auch sehr kurios. Die meisten Kabinen sind hier nämlich gefliest und haben einen kleinen Abfluss im Boden. Was macht also die Reinigungskraft? Hält einen Gartenschlauch auf den Porzellanthron und spült alles mit Wasser weg. Apropos Reinigungskraft: es wird hier kein „Verdauungsgroschen“ auf einen Teller gelegt (Chinesen haben es ja nicht so mit Trinkgeld).

 

Obwohl man viele der westlichen „Sitz-Toiletten“ findet, gibt es vor allem „Hock-Toiletten“. Die bestehen dann aus einem Loch im Boden (was nicht so Dixi-Klo-artig ist, wie es klingt. Stellt es euch ein bisschen wie eine sehr tief gelegte „normale“ Toilette ohne Brille vor. Links und rechts davon dann kleine geriffelte Stellen, wo man die Füße hinstellen kann). Diese Toiletten sind nichts für schwache Beinmuskeln und ich persönlich halte immer Ausschau nach westlichen Toiletten.

 

Zu guter Letzt: es gibt nicht immer Toilettenpapier, habt also immer eine Packung Taschentücher  (und Desinfektionstücher für die etwas Penibleren) bei euch.  Das mit den Taschentüchern ist überhaupt ein genereller Tipp. Wenn man nämlich in einem sehr gut geheizten Restaurant sitzt und heiße, scharfe Suppe isst, dann fängt die Nase schon mal an zu laufen. Und wenn man da keine Taschentücher zur Hand hat, steigt die Verzweiflung langsam aber sicher (denn es werden ja Handtücher anstatt Servietten gereicht. Außerdem ist es sehr unhöflich, sich bei Tisch zu schnäuzen) und man wünscht sich welche herbei.