Fuenf Spiele,

Mittwoch, 30.04.2014

...die man besser nicht mit Kleinkindern spielen sollte. Eine Liste, gewonnen aus fuenf Monaten harter Erfahrung.

5. Malen. Der Kuenstler in Cutie sprengt mit mutiger Kreativitaet die Grenzen, die ihm von seinem Umfeld gegeben werden. Die Normen der Gesellschaft (naemlich, mit Stift auf Papier zu malen) fegt er mit nobler Verachtung hinweg und beschreitet revolutionaer neue Wege. Die Zweidimensionalitaet des Papiers ist passe, die moderne Kunst will Performance und Cutie bemalt Sofa, Schrank, Bett, Wand, Maries Hosen, Buecher, Zeitungen und sich selbst. Eventuellen Kunstkritikern begegnet der aufstrebende Maler mit lautem Gebruell und Trotzanfaellen.

4. Haare pusten. Dieses Spiel besteht darin, dass Cutie mir meine Haare in den Mund legt und ich sie dann von mir weg puste. Dieses Spiel kann ueberall gespielt werden und hat am Anfang grosse Kicheranfaelle ausgeloest. Leider beschloss Cutie irgendwann, mich zu imitieren und leider hatte er in diesem Moment Esssen im Mund und war auf meinem Arm, sodass ich das Essen in Gesicht geprustet bekam.

3. Hinterm Vorhang verstecken. Ach, die Stunden, die ich schon hinter dem Vorhang verbracht habe, um dann immer wieder "Kuckuck!" zu rufen! In letzter Zeit allerdings soll ich immer hinter den Vorhang gehen (wehe ich strecke den Kopf raus) und es wird verdaechtig still. Ich gucke, und Cutie ist weggelaufen und natuerlich dahin, wo er nicht hin sollte.

2. Cutie und ich fanden beide, das Spiel "alte Zeitungen zerreissen und zusammenknuellen", war eine tolle Idee. Leider ist der Uebergang von "alte Zeitungen" zu "Zeitungen" zu "Jakes Hausaufgaben" zu "Buechern im allgemeinen" zu "alles, was wie Papier aussieht" fliessend.

1. Die Gastmutter wollte, dass der Kleine mehr deutsche Worte lernt. Heute morgen hab ich also jedesmal, wenn er den Stuhl oder den Tisch beruehrte, "Stuhl" und "Tisch" gesagt. Wir spielten vergnuegt etwa zehn Minuten. Cutie fand die vier Stuehle besonders toll und tippte sie immer wieder an. Aus meinem froehlichen "Stuhl", "Stuhl", "Stuhl" wurde allerdings ein sehr alarmiertes "Stuhl!", "Stuhl!", "Stuhl!", als sein grosses Geschaeft mit einem Flupp au dem Boden landete.